

Die Wohngebäude- und Hausratversicherung funktioniert in Spanien anders als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Viele Auswanderer schließen eine Police ab und wähnen sich abgesichert — bis sie im Schadensfall die Lücken entdecken. Hier sind die fünf häufigsten Fehler, die wir sehen, und wie Sie sie vermeiden.
Wenn Sie in einer Wohnung oder einer Immobilie innerhalb einer Eigentümergemeinschaft (comunidad de propietarios) leben, hat die Gemeinschaft eine gemeinschaftliche Gebäudeversicherung. Viele Auswanderer glauben, diese decke auch ihre Wohnung ab — das tut sie nicht.
Die Gemeinschaftspolice deckt ausschließlich gemeinschaftliche Bauteile: Dach, Außenwände, Treppenhäuser, Aufzüge, Gemeinschaftsflächen und die gemeinschaftlichen Leitungen bis zu dem Punkt, an dem sie in Ihre Immobilie eintreten. Alles von den Wänden nach innen — Ihre Innenwände, Böden, Badezimmerausstattung, Küche, die Leitungen innerhalb Ihrer Einheit und Ihr gesamter Hausrat — müssen SIE selbst versichern.
Das sollten Sie tun: Schließen Sie eine eigene Police ab, die das Innere Ihrer Immobilie (das sogenannte continente privativo) plus Ihren Hausrat abdeckt. Bitten Sie Ihren Verwalter (administrador) um eine Kopie der Gemeinschaftspolice, damit Ihr Makler etwaige Lücken erkennen kann.
Die meisten Menschen unterschätzen den Wiederbeschaffungswert ihres Hab und Guts deutlich. Sie müssen kalkulieren, was es kosten würde, alles zu ersetzen — nicht, was Sie einmal bezahlt haben, sondern den heutigen Wiederbeschaffungspreis.
Eine typische Wohnung mit zwei Schlafzimmern enthält oft Hausrat im Wert von 15.000–25.000 €. Eine möblierte Villa erreicht leicht 40.000–60.000 €. Wenn Sie unterversichert sind und einen Schaden melden, wenden spanische Versicherer die Proportionalregel (regla proporcional) an — sie kürzen die Auszahlung im Verhältnis zur Unterversicherung. Versichern Sie 15.000 €, obwohl Ihr Hausrat 30.000 € wert ist, erhalten Sie unter Umständen nur 50 % jedes Schadens ersetzt.
Das sollten Sie tun: Gehen Sie durch jeden Raum und schätzen Sie die Wiederbeschaffungskosten. Vergessen Sie Kleidung, Küchenausstattung, Elektronik und Gartenmöbel nicht. Wir stellen Ihnen dafür eine Hausrat-Checkliste zur Verfügung.
Wenn Ihre spanische Immobilie ein Ferienhaus ist, das monatelang leer steht, enthält Ihre Standardpolice möglicherweise eine Leerstandsklausel — die typischerweise vorschreibt, dass die Immobilie nicht länger als 30–60 Tage am Stück unbewohnt sein darf. Wenn ein Rohrbruch Ihre Immobilie während einer dreimonatigen Abwesenheit unter Wasser setzt und Ihre Police ein 30-Tage-Leerstandslimit hat, kann der Schaden abgelehnt werden.
Das sollten Sie tun: Sagen Sie Ihrem Makler, dass es sich um ein Ferienhaus handelt. Wir vermitteln Policen, die speziell für längeren Leerstand konzipiert sind — sie kosten etwas mehr, zahlen aber tatsächlich, wenn Sie sie brauchen.
In Spanien haften Sie persönlich, wenn Ihre Immobilie einem Nachbarn Schaden zufügt — das häufigste Szenario ist ein Wasserleck aus Ihrer Wohnung, das die darunterliegende Immobilie beschädigt. Wasserschäden zwischen Nachbarn (siniestros de agua entre vecinos) sind der mit Abstand häufigste Schadensfall in der spanischen Wohngebäudeversicherung.
Viele Basispolicen enthalten nur 150.000 € Haftpflichtdeckung. Ein schweres Wasserleck, das mehrere darunterliegende Wohnungen beschädigt (in einem mehrstöckigen Gebäude), kann diese Summe übersteigen. Forderungen von 50.000–100.000 € und mehr für Schäden an Immobilie, Möbeln und Ausstattung des Nachbarn sind keine Seltenheit.
Das sollten Sie tun: Stellen Sie sicher, dass Ihre Haftpflichtdeckung mindestens 300.000 € beträgt. Wenn Sie in einem mehrstöckigen Wohnhaus leben, sollten Sie 600.000 € in Betracht ziehen. Der Beitragsunterschied ist minimal — oft nur 20–40 € mehr pro Jahr.
Genau genommen ist das ein Fehler, um den sich viele Sorgen machen, obwohl sie es nicht müssen. In Spanien sind außergewöhnliche Naturereignisse (Überschwemmungen, Erdbeben, DANA-Unwetter) automatisch über den Consorcio de Compensación de Seguros gedeckt — einen staatlich getragenen Versicherer. Ein kleiner Zuschlag auf jede Wohngebäude-/Hausratpolice finanziert diesen Schutz. Sie müssen KEINE separate Überschwemmungs- oder Sturmversicherung abschließen.
Sie brauchen allerdings eine gültige, laufende Police — der Consorcio reguliert Schäden nur über Ihren bestehenden Versicherer. Keine Police = kein Consorcio-Schutz.
Das sollten Sie tun: Sorgen Sie einfach dafür, dass Sie eine aktuelle Wohngebäude-/Hausratversicherung haben. Der Consorcio-Schutz greift dann automatisch.
Der rote Faden bei all diesen Fehlern ist derselbe: Policen, die ohne fachkundige Beratung abgeschlossen wurden — oft über ein spanisches Vergleichsportal, bei dem das Kleingedruckte auf Spanisch ist und die Feinheiten verloren gehen. Die Zusammenarbeit mit einem deutschsprachigen Makler, der sowohl den spanischen Versicherungsmarkt als auch die besonderen Bedürfnisse von Auswanderern kennt, schließt diese Risiken aus.
Sollen wir Ihre aktuelle Police prüfen? Senden Sie uns Ihre Unterlagen — wir prüfen sie auf Lücken und sagen Ihnen, ob Sie richtig abgesichert sind. Kostenlos und unverbindlich.
Siehe auch: Wohngebäudeversicherung Spanien | Hausratversicherung Spanien
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