
Wenn Sie kürzlich auf die Kanarischen Inseln gezogen sind – oder es planen –, gehen Sie vielleicht davon aus, dass die Kfz-Versicherung genauso funktioniert wie auf dem spanischen Festland. In den meisten Punkten stimmt das, aber es gibt einige wichtige Unterschiede, die Auswanderer kennen sollten, bevor sie ihren Kfz-Schutz abschließen.
Von der abweichenden steuerlichen Behandlung über vulkanische Straßenbeläge bis hin zu Fähren zwischen den Inseln und besonderen Fahrbedingungen – hier finden Sie alles, was Sie über die Kfz-Versicherung auf den Kanarischen Inseln wissen müssen.
Die Kanarischen Inseln haben ein eigenes System indirekter Steuern. Anstelle der IVA (der spanischen Mehrwertsteuer) gilt auf den Inseln die IGIC – Impuesto General Indirecto Canario. Der reguläre IGIC-Satz liegt deutlich unter der IVA, was sich auf die Berechnung der Versicherungsprämie auswirken kann. Der Nettoeffekt auf Ihre Jahresprämie mag gering sein, aber Angebote von reinen Festland-Vergleichsportalen spiegeln die Preise auf den Kanaren unter Umständen nicht korrekt wider. Holen Sie immer ein Angebot speziell für Ihre Inseladresse ein.
Die Kanarischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs, und das prägt das Fahren auf eine Weise, die Festlandbewohner nie erleben. Die Beläge der Nebenstraßen können rauer sein als auf dem Festland, mit losem Vulkanschotter in den Kurven. Auf Inseln wie Lanzarote und Fuerteventura sind Sandverwehungen über die Straßen eine regelmäßige Gefahr. Auf Teneriffa und Gran Canaria haben die Bergstraßen extreme Steigungen, Haarnadelkurven und gelegentliche Steinschläge.
Diese Bedingungen erhöhen das Risiko von Reifenschäden, Unterbodenschäden und Alleinunfällen. Eine Vollkasko (todo riesgo) ist dringend zu empfehlen, wenn Sie regelmäßig auf Land- oder Bergstraßen fahren. Mit einer reinen Haftpflicht tragen Sie die Reparaturkosten am eigenen Fahrzeug nach einem Schlagloch- oder Schottervorfall vollständig selbst.
Die ITV (Inspección Técnica de Vehículos) – das spanische Pendant zur Hauptuntersuchung (TÜV) – gilt auf den Kanarischen Inseln genauso wie auf dem Festland. Allerdings können die ITV-Stationen auf kleineren Inseln längere Wartezeiten auf Termine haben. Auf Lanzarote und Fuerteventura gibt es weniger Stationen, und in Spitzenzeiten müssen Sie unter Umständen mehrere Wochen im Voraus buchen. Eine abgelaufene ITV-Plakette kann Ihren Versicherungsschutz gefährden, planen Sie also vorausschauend.
Die Prüfung selbst umfasst dieselben Punkte wie auf dem Festland: Bremsen, Abgase, Beleuchtung, Reifen, Lenkung und strukturelle Integrität. Fahrzeuge, die auf den raueren Inselstraßen unterwegs sind, fallen möglicherweise häufiger wegen Fahrwerks- und Auspuffkomponenten durch.
Viele Bewohner der Kanarischen Inseln reisen per Fähre zwischen den Inseln – Fred Olsen und Naviera Armas betreiben regelmäßige Verbindungen. Wenn Sie Ihr Auto auf die Fähre mitnehmen, müssen Sie prüfen, ob Ihre Police den Seetransport abdeckt. Die meisten Vollkaskopolicen schließen ihn ein, manche reinen Haftpflichtpolicen jedoch nicht oder nur mit gesondertem Zusatz.
Schäden beim Be- und Entladen oder während der Überfahrt sind nicht immer durch die Versicherung der Reederei gedeckt, daher ist eine eigene Vollkaskopolice der sicherste Weg. Wenn Sie regelmäßig zwischen Teneriffa und Gran Canaria oder zwischen Lanzarote und Fuerteventura pendeln, bestätigen Sie, dass diese Deckung in Ihrer Police enthalten ist.
Die Tempolimits auf den Kanarischen Inseln folgen demselben rechtlichen Rahmen wie auf dem Festland: 120 km/h auf Autobahnen, 90 km/h auf Landstraßen, 50 km/h innerorts. Viele Inselstraßen haben jedoch wegen Kurven, Steigungen und eingeschränkter Sicht niedrigere ausgeschilderte Limits. Radarkameras sind auf den Hauptautobahnen (TF-1, TF-5, GC-1) verbreitet, und mobile Radareinheiten arbeiten auf den Nebenstraßen.
Bußgelder wegen Geschwindigkeitsüberschreitung können sich auf Ihre Prämie bei der Verlängerung auswirken. Spanische Versicherer prüfen zunehmend die Datenbank der DGT (Verkehrsbehörde) auf Punkte, und eine schlechte Fahrerakte kann höhere Prämien oder sogar die Ablehnung der Verlängerung bedeuten.
Viele deutschsprachige Auswanderer haben ihr in Deutschland, Österreich oder der Schweiz zugelassenes Auto auf die Kanarischen Inseln mitgebracht. Die Regeln sind dieselben wie auf dem Festland: Wenn Sie Resident in Spanien sind und sich Ihr Auto länger als sechs Monate auf spanischem Gebiet befindet, müssen Sie es ummelden. Bis dahin benötigen Sie eine spezielle Versicherung für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen – denn Ihre heimische Police deckt einen dauerhaften Aufenthalt im Ausland in der Regel nicht, und nicht alle spanischen Versicherer bieten diese Deckung an.
Wir haben umfangreiche Erfahrung mit der Versicherung von deutsch, österreichisch und schweizerisch zugelassenen Fahrzeugen auf den Kanarischen Inseln und finden für Sie einen wettbewerbsfähigen Schutz, während Sie die Ummeldung abwickeln.
Angesichts der besonderen Fahrbedingungen auf den Kanarischen Inseln empfehlen wir den meisten Auswanderern:
In jedem Fall ist die Pannenhilfe (asistencia en carretera) unverzichtbar. Ohne Abschleppschutz auf einer Bergstraße oder in einer abgelegenen Gegend liegenzubleiben, kann teuer und nervenaufreibend werden.
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Siehe auch: Versicherung auf Teneriffa | Versicherung auf Gran Canaria | Versicherungsratgeber Lanzarote & Fuerteventura
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