Krankenversicherung auf den Kanarischen Inseln für Auswanderer

Krankenversicherung auf den Kanarischen Inseln für Auswanderer

20 May 2026 Updated 23 Aug 2026 4 min read 259 views

Krankenversicherung auf den Kanarischen Inseln für Auswanderer

Krankenversicherung auf den Kanarischen Inseln: Der komplette Ratgeber für Auswanderer

Die Kanarischen Inseln gehören zu den beliebtesten Zielen für Auswanderer in Spanien – schätzungsweise 300.000 ausländische Residenten leben auf dem Archipel. Ob Sie sich auf Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura oder einer der kleineren Inseln niedergelassen haben: Zu verstehen, wie die Gesundheitsversorgung funktioniert – und warum eine private Krankenversicherung so wichtig ist –, ist die Grundlage für ein sicheres und entspanntes Leben.

Öffentliche Gesundheitsversorgung auf den Kanarischen Inseln

Die Kanarischen Inseln sind Teil des spanischen Gesundheitssystems (Sistema Nacional de Salud), das vor Ort vom Servicio Canario de la Salud (SCS) verwaltet wird. Wer in Spanien angestellt oder selbstständig ist und Sozialversicherungsbeiträge zahlt, hat Anspruch auf die öffentliche Versorgung. Rentner mit einem Formular S1 aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz können das öffentliche System ebenfalls nutzen.

Die Qualität der öffentlichen Versorgung variiert je nach Insel. Teneriffa und Gran Canaria verfügen über große, gut ausgestattete Universitätskliniken mit den meisten Fachabteilungen. Die kleineren Inseln – Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, La Gomera und El Hierro – haben dagegen nur begrenzte Einrichtungen. Komplexe Fälle werden von den kleineren Inseln regelmäßig zur Behandlung nach Teneriffa oder Gran Canaria verlegt.

Die Wartezeiten auf Facharzttermine und planbare Eingriffe im öffentlichen System können erheblich sein – manchmal mehrere Monate. Das ist der Hauptgrund, warum sich viele Auswanderer für eine private Absicherung entscheiden.

Warum Auswanderer eine private Krankenversicherung brauchen

Eine private Krankenversicherung auf den Kanarischen Inseln bietet mehrere wesentliche Vorteile:

  • Schnellerer Zugang zu Fachärzten: Private Termine gibt es in der Regel innerhalb von Tagen, nicht Monaten
  • Deutschsprachige Ärzte: Besonders wichtig im Süden Teneriffas und im Süden Gran Canarias, wo sich Privatkliniken stark auf die Auswanderergemeinschaft eingestellt haben
  • Freie Krankenhaus- und Arztwahl: Sie entscheiden, wo und von wem Sie behandelt werden
  • Keine Überweisung nötig: Sie können direkt zum Facharzt gehen, ohne vorher den Hausarzt aufzusuchen
  • Aufenthaltsrechtliche Anforderungen: Unverzichtbar für Nicht-EU-Angehörige mit Visum für nicht-lukrative Aufenthalte und andere Visumkategorien; EU-Bürger brauchen kein Visum, müssen sich aber als Residenten anmelden

Krankenhausangebot auf den einzelnen Inseln

Die Krankenhausinfrastruktur zu kennen ist entscheidend für die Wahl Ihres Deckungsumfangs:

Teneriffa: Zwei große öffentliche Krankenhäuser (Hospital Universitario de Canarias, Hospital Universitario Nuestra Señora de Candelaria) sowie mehrere Privatkliniken, darunter Hospiten Rambla, Hospiten Sur und Quirónsalud Costa Adeje. Hervorragende Facharztverfügbarkeit.

Gran Canaria: Zwei große öffentliche Krankenhäuser (Doctor Negrín, Hospital Insular) und mehrere private Einrichtungen. Gute Abdeckung der meisten Fachrichtungen.

Lanzarote: Ein großes öffentliches Krankenhaus (Hospital Doctor José Molina Orosa) und begrenzte private Angebote. Für komplexe Eingriffe kann eine Verlegung nach Gran Canaria oder Teneriffa nötig sein.

Fuerteventura: Ein öffentliches Krankenhaus (Hospital General de Fuerteventura) mit wenigen Fachabteilungen. Private Angebote sind sehr begrenzt. Schwere Fälle werden nach Gran Canaria verlegt.

Kleinere Inseln (La Palma, La Gomera, El Hierro): Nur Grundversorgung im Krankenhaus. Die meisten Fachbehandlungen erfordern einen Flugtransfer nach Teneriffa.

Medizinische Evakuierung und Verlegung zwischen den Inseln

Das ist ein entscheidender Punkt für alle, die auf den kleineren Kanarischen Inseln leben. Wenn Sie eine Notoperation oder eine Fachbehandlung benötigen, die auf Ihrer Insel nicht verfügbar ist, müssen Sie per Ambulanzflugzeug oder Linienflug nach Teneriffa oder Gran Canaria verlegt werden.

Das öffentliche System organisiert diese Verlegungen, aber es kann zu Verzögerungen kommen. Eine gute private Krankenversicherung schließt medizinische Verlegungen zwischen den Inseln ein und in den schwersten Fällen auch die Evakuierung in ein Krankenhaus auf dem spanischen Festland. Prüfen Sie beim Vergleich gezielt, welche Verlegungs- und Evakuierungsleistungen enthalten sind – sie unterscheiden sich erheblich zwischen den Versicherern.

Was eine private Krankenversicherung auf den Kanarischen Inseln kostet

Die Prämien hängen von Alter, Vorerkrankungen und dem gewählten Deckungsumfang ab. Als grobe Orientierung:

  • Unter 40: 50–100 € pro Monat für einen umfassenden Tarif
  • 40–55: 80–150 € pro Monat
  • 55–65: 120–250 € pro Monat
  • 65+: 200–400 €+ pro Monat (manche Versicherer haben Altersgrenzen)

Tarife mit Selbstbeteiligung (copagos) – bei denen Sie pro Besuch oder Untersuchung eine kleine Gebühr zahlen – sind günstiger als Volltarife. Für Visumanträge werden Tarife mit Selbstbeteiligung jedoch in der Regel nicht anerkannt. Wir beraten Sie, welche Variante zu Ihrer Situation passt.

Zahn- und Augenversorgung

Die meisten Krankenversicherungen in Spanien enthalten eine Basis-Zahnversorgung – Kontrollen, Zahnreinigung, Extraktionen –, umfangreichere Zahnbehandlungen (Kronen, Implantate, Kieferorthopädie) erfordern jedoch meist eine separate Zahnversicherung oder einen Zusatzbaustein zu Ihrer Hauptpolice. Die Augenversorgung ist in Standardtarifen ähnlich begrenzt. Bei Bedarf können wir umfassende Zusatzbausteine für Zahn und Auge vermitteln.

Die richtige Police wählen

Wir vergleichen Krankenversicherungen aller großen spanischen Anbieter – Sanitas, Adeslas, ASISA, DKV, Cigna und weitere –, um den passenden Schutz für Ihre Situation zu finden. Ob Sie Rentner auf Teneriffa, digitaler Nomade in Las Palmas oder eine Familie beim Umzug nach Fuerteventura sind: Wir finden für Sie die beste Police zum besten Preis.

Brauchen Sie eine Krankenversicherung auf den Kanarischen Inseln? Kontaktieren Sie uns für ein kostenloses, unverbindliches Angebot.

Siehe auch: Private Krankenversicherung in Spanien | Krankenversicherung für das Visum für nicht-lukrative Aufenthalte | Versicherungen für Auswanderer auf Teneriffa

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf den Kanarischen Inseln leben schätzungsweise 300.000 ausländische Residenten; sie gehören zum spanischen Gesundheitssystem, doch Wartezeiten auf Fachärzte können mehrere Monate betragen, weshalb eine private Versicherung für die meisten Auswanderer unverzichtbar ist.
  • Qualität und Krankenhausausstattung unterscheiden sich stark je nach Insel: Teneriffa und Gran Canaria haben große Universitätskliniken mit allen Fachabteilungen, während kleinere Inseln wie Lanzarote, Fuerteventura und La Palma nur begrenzte Einrichtungen haben und komplexe Fälle per Flugzeug verlegen müssen.
  • Eine private Krankenversicherung kostet monatlich 50–100 € für unter 40-Jährige bis 200–400 €+ für über 65-Jährige; wesentliche Vorteile sind schnellerer Facharztzugang, deutschsprachige Ärzte und keine Überweisungspflicht.
  • Deckung für medizinische Evakuierung und Verlegungen zwischen den Inseln ist für Bewohner kleinerer Inseln entscheidend und sollte beim Vergleich gezielt geprüft werden, da sie sich zwischen den Versicherern stark unterscheidet.
  • Private Policen enthalten in der Regel eine Basisdeckung für Zahn- und Augenbehandlungen, umfangreiche Zahnbehandlungen und erweiterte Augenversorgung erfordern jedoch meist separate Zusatzbausteine.

Häufige Fragen

Quick answers on insurance in spain

Ja, wenn Sie angestellt oder selbstständig sind oder spanische Sozialversicherungsbeiträge zahlen, haben Sie Anspruch auf die öffentliche Versorgung über das spanische Gesundheitssystem. Rentner aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz mit Formular S1 können ebenfalls das öffentliche System nutzen. Die Wartezeiten auf Fachärzte können jedoch mehrere Monate betragen.
Ja, für Inhaber eines Visums für nicht-lukrative Aufenthalte – etwa Familienangehörige aus Nicht-EU-Staaten – ist eine private Krankenversicherung unverzichtbar und Voraussetzung für das Visum. Für Visumanträge werden in der Regel Volltarife ohne nennenswerte Selbstbeteiligung verlangt. EU-Bürger brauchen kein Visum, sollten aber für die Residenzanmeldung eine gleichwertige Absicherung nachweisen.
Bevorzugen Sie Policen, die medizinische Verlegungen zwischen den Inseln und Evakuierung einschließen, denn die kleineren Inseln haben nur begrenzte Facheinrichtungen, und schwere Fälle müssen per Flugzeug nach Teneriffa oder Gran Canaria verlegt werden. Prüfen Sie die konkreten Verlegungs- und Evakuierungsleistungen jeder Police, da sie sich zwischen den Versicherern stark unterscheiden.
Die Kosten hängen von Alter und Deckungsumfang ab: unter 40 Jahren in der Regel 50–100 € monatlich, 40–55 Jahre 80–150 €, 55–65 Jahre 120–250 € und über 65 Jahre 200–400 €+ pro Monat. Tarife mit Selbstbeteiligung sind günstiger, werden aber für Visumanträge unter Umständen nicht anerkannt.
Eine normale Krankenversicherung enthält eine Basis-Zahnversorgung (Kontrollen, Zahnreinigung, Extraktionen) und eine begrenzte Augenversorgung; umfangreiche Zahnbehandlungen und erweiterte Augenversorgung erfordern jedoch in der Regel separate Zusatzbausteine für Zahn und Auge.

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