Eine Bestattung kostet in Spanien durchschnittlich zwischen €3.000 und €6.000 — und dieser Betrag steigt deutlich, wenn eine Überführung in ein anderes Land hinzukommt. Für deutschsprachige Residenten in Spanien können diese letzten Kosten die trauernden Angehörigen völlig unvorbereitet treffen. Genau das soll eine Sterbegeldversicherung — auch Bestattungsversicherung genannt — verhindern. Dieser Ratgeber erklärt, wie sie funktioniert, was sie abdeckt und worauf Sie beim Vergleich von Policen achten sollten.
Die meisten in Spanien abgeschlossenen Sterbegeldversicherungen decken die Kernkosten der Bestattung selbst. Dazu gehören Sarg oder Urne, die Gebühren des Bestattungsunternehmens, Beerdigung oder Einäscherung, der Transport des Verstorbenen innerhalb Spaniens, Blumen und eine Trauerfeier. Anbieter wie Mapfre und Axa bieten gestaffelte Tarife an, bei denen die Versicherungssumme in der Regel zwischen €3.000 und €6.000 liegt.
Für ausländische Residenten ist die Überführung oft der größte Kostenpunkt. Die Überführung des Verstorbenen nach Deutschland, Österreich, in die Schweiz oder ein anderes Heimatland kann die Gesamtrechnung um €2.000 bis €5.000 erhöhen. Bei einigen Policen ist die Überführung eine Standardleistung, bei anderen ein optionaler Zusatzbaustein. Klären Sie dieses Detail unbedingt vor der Unterschrift.
Sterbegeldversicherungen in Spanien decken in der Regel keine Todesfälle ab, die während einer Wartezeit durch Vorerkrankungen verursacht werden; diese Wartezeit beträgt je nach Versicherer 30 Tage bis 12 Monate. Manche Policen schließen zudem Suizid in den ersten zwei Jahren aus. Lesen Sie die Versicherungsbedingungen — das condicionado general — sorgfältig, bevor Sie sich festlegen.
Die Prämien hängen von drei Hauptfaktoren ab: Ihrem Alter bei Antragstellung, Ihrem Gesundheitszustand und der gewählten Versicherungssumme. Ein gesunder 50-Jähriger zahlt etwa €15 bis €25 pro Monat für eine Deckung von €4.000. Wer erst mit über 70 einen Antrag stellt, muss mit deutlich höheren Monatsbeiträgen rechnen, und manche Versicherer legen für Neuanträge eine Altersobergrenze fest.
In der Regel können Sie monatlich oder jährlich zahlen. Bei jährlicher Zahlung gibt es häufig einen kleinen Rabatt. Manche Policen sind als lebenslange Produkte strukturiert: Die Beitragszahlung endet mit einem festgelegten Alter — meist 65 oder 70 —, der Schutz läuft aber weiter. Bei anderen sind lebenslang Prämien fällig. Klären Sie die Zahlungsstruktur vor dem Abschluss, denn sie beeinflusst die langfristigen Kosten erheblich.
Das spanische Recht verlangt von den Familien nicht, sofort Bestattungsvorkehrungen zu treffen, doch nach örtlichem Brauch finden Beerdigungen oft innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem Tod statt. Das lässt Angehörigen — insbesondere solchen, die im Ausland leben — sehr wenig Zeit, unter Druck finanzielle Entscheidungen zu treffen. Eine bestehende Police nimmt ihnen diese Last vollständig ab.
Wenn Sie ein spanisches Testament oder eine poder notarial (notarielle Vollmacht) haben, lohnt es sich, die Daten Ihrer Sterbegeldversicherung in diesen Dokumenten zu vermerken. So können Ihr Testamentsvollstrecker oder Ihre nächsten Angehörigen die Police schnell finden und aktivieren. Mehr zum Schutz Ihres Nachlasses und Ihrer Hinterbliebenen finden Sie in unserem Ratgeber zur Lebensversicherung in Spanien und in unserem Überblick zur Dread-Disease-Versicherung (Schwere-Krankheiten-Vorsorge) in Spanien.
Manche Menschen legen einen festen Betrag auf einem separaten Sparkonto zurück, um die Bestattungskosten zu decken. Dieser Ansatz funktioniert, wenn Sie das Geld verbindlich reservieren und nicht antasten. Das Risiko: Das Geld ist nicht zweckgebunden geschützt, und die Inflation kann seinen Wert mit der Zeit aushöhlen.
Mehrere spanische Bestattungsunternehmen — sogenannte funerarias — bieten vorausbezahlte Bestattungspakete an. Sie zahlen heute einen Festpreis für eine definierte Leistung in der Zukunft. Diese Pakete schreiben die aktuellen Preise fest, was ein Vorteil sein kann. Wechselt das Unternehmen jedoch den Eigentümer oder schließt es, ist Ihre Vorauszahlung möglicherweise nicht vollständig geschützt. Versicherungsbasierte Produkte unter Aufsicht der DGSFP bieten stärkeren Verbraucherschutz.
Auch eine klassische Lebensversicherung in Spanien kann so gestaltet werden, dass sie eine Summe auszahlt, die die Bestattungskosten deckt. Dieser Weg ist sinnvoll, wenn Sie zugleich eine umfassendere finanzielle Absicherung für Ihre Hinterbliebenen wünschen. Besprechen Sie mit einem Makler, ob eine eigenständige Sterbegeldpolice oder eine Lebensversicherung mit Sterbegeld-Baustein besser zu Ihrer Situation passt.
In Spanien verkaufte Sterbegeldversicherungen werden von der Dirección General de Seguros y Fondos de Pensiones (DGSFP) reguliert, der staatlichen Behörde, die das gesamte Versicherungswesen des Landes beaufsichtigt. Laut der DGSFP müssen Versicherer Solvenzanforderungen erfüllen und klare vorvertragliche Informationen in schriftlicher Form bereitstellen. Das verschafft Versicherungsnehmern einen echten rechtlichen Schutz im Vergleich zu unregulierten Sparprodukten.
Für internationale Residenten, die mehrere Versicherungsfragen gleichzeitig klären müssen, lohnt sich auch der Blick darauf, wie die Sterbegeldversicherung zu den übrigen Absicherungen passt. Unsere komplette Versicherungs-Checkliste für den Umzug nach Spanien zeigt die Policen, die beim Umzug am häufigsten benötigt werden.
Zuletzt geprüft: Juni 2025. Dieser Artikel dient nur zur Information und stellt keine individuelle Versicherungsberatung dar. Sprechen Sie mit einem regulierten Makler, um den Schutz zu finden, der zu Ihrer persönlichen Situation passt.
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